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Lernen wie Fluge

Berufsabschluss mit Auszeichnung: Karen Schneeweiß

„Der Tourismus ist meine Traumbranche, und später möchte ich mich auf das Tourismusmarketing konzentrieren.“

Da ist man 30 und beginnt nachzudenken, ob man auf dem richtigen Weg ist.
Jahrelang hat man sich durch ein Studium gearbeitet, nennt sich jetzt Theaterwissenschaftler und spricht auch noch perfekt englisch. Und trotz einer Tätigkeit in der Dramaturgie und als Regieassistentin fragt man sich, ob Realität und Vorstellungen übereinstimmen. Man weiß – nicht zuletzt aus der Literaturvorlesung – dass nicht alle Blütenträume reifen. Aber man spürt auch die Kraft, den Reifeprozess zu beeinflussen.

So ergeht es Karen Schneeweiß, Jahrgang 1971, in Potsdam wohnend, als sie eine erste Lebensbilanz zieht. Und sie kommt zu dem Entschluss: weg von der Traumfabrik Theater, hinein ins wahre Leben, das in ihrem Fall Reisen heißt. Obwohl, eines haben ja Theaterleute und Touristiker gemein, neben der Alliteration: sie bereiten Menschen Freude. Die einen auf der Theaterbühne, die anderen durch die Vermittlung interessanter Erlebnisse und schöner Urlaubstage. Karen Schneeweiß geht den Weg aus der Illusion in die Realität. Vorerst ist sie noch eine Suchende: Als Reiseleiterin bei der REWE-Touristik ist sie zwei Jahre lang in der Türkei, Griechenland, Ägypten und Marokko unterwegs. Und sie stellt fest: „Es macht mir Freude, Gäste zu betreuen, Tagesprogramme zusammenzustellen, zu organisieren, Probleme zu lösen, für andere da zu sein. Ich habe meine Dienstleistungsmentalität entdeckt.“
  
Aber: für diese interessante und spannende Tätigkeit fehlt ihr noch das theoretische Fundament. Sie beschließt, nach gründlichen Recherchen und vielen Gesprächen, eine Ausbildung als „Kauffrau für Tourismus und Freizeit“ zu absolvieren. Diese Ausbildung spricht sie an, weil sie vielseitig und umfassend ist und sich mit dem Marketing des Arbeitsumfeldes beschäftigt.
Schnell entschlossen findet sie in der Marina Lanke AG Berlin, die sich vor allem mit der Vermietung von Haus- und Sportbooten und dem Angebot von Wasserurlauben beschäftigt, einen Ausbildungsbetrieb und im Geschäftsführer Peter Twelkmeyer einen verständnisvollen Chef, der schnell ihre Affinität zum Marketing entdeckt und diese Begabung – natürlich auch im  Interesse des Unternehmens – fördert.
Nun steht einer betrieblichen Einzelumschulung, bei der die Agentur für Arbeit  und der Ausbildungsbetrieb die Kosten übernehmen, nichts mehr im Wege.

Die „Berufsschule für Tourismus“ ist ihr durch Kollegen und Internetrecherche als ein führender Ausbilder für touristische Berufe ein Begriff, und so wird der Vertrag mit der renommierten Berliner Bildungseinrichtung geschlossen. Und  vereinbart: Auf Grund der bisherigen Entwicklung erfolgt der Einstieg gleich ins 2. Ausbildungsjahr.

Aber lassen wir unsere Protagonistin selbst resümieren:

„Anfangs war es nicht so einfach. Mir fehlte ja ein Jahr. Aber mit erhöhtem Lernaufwand fand ich schnell Anschluss.
Die Berufsschule für Tourismus erfüllte alle meine Erwartungen: Die Dozenten aus der Praxis und die Lehrer vermittelten genau das Wissen, das ich für meinen künftigen Beruf brauchte. Besonders interessant für mich war das Fach Tourismusmarketing. Und die Vorbereitung auf die IHK-Prüfung war umfassend und gründlich. Dadurch fiel mir die mündliche Prüfung relativ leicht, trotzdem hätte ich mir von der IHK gewünscht, dass die Fragen mehr Praxisbezug gehabt hätten. Dass ich diese Prüfung mit der Höchstpunktzahl von 100  bestanden habe, macht mich auch ein wenig stolz.

Die Berufsschule für Tourismus kann ich nur weiter empfehlen. Neben der gründlichen Ausbildung hat mir besonders meine engagierte Klassenleiterin Sabine Rump geholfen, dass ich zu einem Abschluss mit Auszeichnung kam.

Mit meiner Ausbildungsfirma bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Herr Twelkmeyer hat mich und meine speziellen Talente sehr gefördert. Jetzt bin ich in der Boat City Hafendorf Rheinsberg mit zuständig für das Marketing und die Werbung. Ich gestalte Angebote und Kataloge, bin auf Messen, verantworte unseren Internetauftritt – auch in englisch – und arbeite mit der Presse zusammen. Diese Schiene will ich weiter verfolgen. Dazu wird vor allem der Winter genutzt, im Sommer habe ich in unserer Marina im wunderschönen Hafendorf Rheinsberg alle Hände voll zu tun. Da kommt dann so manche Überstunde zusammen. Der Verdienst ist nicht üppig, aber die Arbeit macht mir viel Freude.“

 Karen Schneeweiß gehört zu den besten IHK-Absolventen 2008 in Berlin.
Sie wurde zur Auszeichnung als „Bester Azubi“ für die Willy-Scharnow-Stiftung des DRV vorgeschlagen.

Und wie ist es mit Hobbys? Natürlich Reisen, früher viel ins Ausland, jetzt vor allem in Brandenburg und Mecklenburg/Vorpommern, „wo es herrliche Landschaften und Sehenswürdigkeiten mit hohem Erholungsfaktor gibt“.

Und auch der Kreis zum Theater schließt sich wieder: Im Theaterschiff Potsdam steht sie auf der Bühne und – wen wundert’s  – ist in der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbung tätig.


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© airport-berlin.de Björn Rolle

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